Obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS), Koronare Herzkrankheit (KHK), Depression und CPAP-Therapie

OSAS ist assoziiert mit erhöhter kardiovaskulärer und kognitiver Morbidität. OSAS ist auch assoziiert mit Angststörungen und Depression. Koexistente Depression hat ein erhöhtes Mortalitätsrisiko bei KHK.

CPAP ist Goldstandard in der Therapie des OSAS, vor allem bei erhöhter Tagesschläfrigkeit (EDS). Wenig ist bekannt über das Ausmaß von OSAS auf die depressive Komponente bei KHK und den Effekt einer CPAP-Therapie bei den beiden Phänotypen des OSAS – schläfrig und nicht-schläfrig.

In einem Subprotokoll des RICCADSA-Trials wurde der Effekt der CPAP-Therapie nach 3 und 12 Monaten im Vergleich zum Ausgangsbefund hinsichtlich depressiver Verstimmung bei schläfrigem und nicht-schläfrigem Phänotyp geprüft.

Ob EDS vorliegt wurde anhand des Epworth-Score (> oder < 10) festgelegt.

OSAS oder Nicht-OSAS orientierte sich am Apnoe/Hypopnoe-Index  AHI ( > oder < 15/h)

Bezüglich der Diagnose „Depression“ wurde die Zung Self-rating Depression Scale zugrunde gelegt.

Von 386 Patienten mit nachgewiesener KHK (perkutane Dilatation oder Stenting oder Bypass-Op) mit OSAS wurden rekrutiert:                   149 schläfrig     237 nicht-schläfrig.  Die Therapieadhärenz wurde bei jedem Besuch überprüft.

Es zeigte sich eine signifikante Reduktion des Depressions-Score sowohl bei den schläfrigen als auch nicht-schläfrigen Patienten, während in der unbehandelten Gruppe keine Änderung eintrat.

Die Dauer der nächtlichen Anwendung (Stunden/Nacht) ließ auf die Stimmungsverbesserung schließen – adjustiert für Alter, Geschlecht, BMI, linksventrikuläre EF, AHI und Delta-ESS.

Trotz der klar positiven Schlussfolgerungen müssen Einschränkungen erwähnt werden:

Die Trennung in OSAS und Nicht-OSAS an 2 Punkten des AHI fest zu machen differenziert viel zu wenig. Wie sieht es bei moderatem versus schwerem OSAS, die eigentlich primär mit CPAP zu behandelnden Patienten.

Auch die Trennung in schläfrig/nicht-schläfrig durch ESS-Cut off 10 ist unbefriedigend. In zahlreichen Studien ist die Korrelation zu schwach nachgewiesen. Gerade extrem schläfrige Patienten können ihre tatsächliche Schläfrigkeit nicht ausreichend bewerten.

http://www.schlafmed.de

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