Bruxismus (Zähneknirschen)

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Zähneknirschen (Bruxismus) bezeichnet die unwillkürlichen rhythmischen Aktivitäten der Kaumuskulatur (vorzugsweise der Musculus Masseter) mit überwiegendem Auftreten im Übergang verschiedener Schlafstadien. Es ist willkürlich nicht beeinflussbar. Es werden dabei extreme Muskelkräfte erzeugt, die willentlich am Tage nicht generiert werden  können! Geschätzt ein Drittel der Bevölkerung zeigt Bruxismus, wobei deutlich mehr Frauen als Männer betroffen sind.

Der Bruxismus ist ein im Schlaflabor bei Vorliegen eines obstruktiven Schlafapnoesyndrom häufig beobachtetes Phänomen! Im weiteren Verlauf der Diagnostik und vor allem der Therapie ist darauf zu achten, ob dieses Phänomen bei guter Effektivität unter einer notwendigen Überdrucktherapie rückläufig ist. Bei Persistenz des Bruxismus kann im weiteren Verlauf  die vorbestehende Tagesschläfrigkeit persistieren trotz optimaler CPAP-Therapie!

Bruxismus tritt sicherlich häufiger als eigenständige Erkrankung auf. Neben den möglichen gravierenden Schäden an den Zähnen ist auch die Schlafqualität beeinträchtigt mit nachfolgender Tagesschläfrigkeit bei nicht-erholsamem Schlaf.

Zähneknirschen kann aber auch tagsüber stattfinden. Betroffene stehen unter so enormer Anspannung, dass sie sogar hellwach, jedoch auch meist unbewusst Zähne und Kiefer aufeinanderpressen.

Stress als Ursache

Bruxismus bzw. Zähneknirschen stellt entwicklungsgeschichtlich eine physiologische Funktion zum Abbau von Stress dar. Auch bei Kindern hat Zähneknirschen der Milchzähne eine natürliche Funktion für die Positionierung der bleibenden Zähne. In unserer heutigen Leistungsgesellschaft stehen viele Menschen jedoch unter Dauerstress und dauernder Anspannung. Sprachbilder wie „sich in eine Sache verbeißen“, „sich festbeißen“ oder „die Zähne zusammenbeißen“ bei psychischen oder körperlichen Verletzungen, zeigen welche Rolle die Zähne in unserer Gefühlwelt spielen. Die frühere These, dass beim Bruxismus Kieferfehlstellungen oder Störungen des Bisses vorliegen, sind ausgeräumt; es besteht jetzt ein neurologischer Erklärungsansatz. Die chronische massive Überlastung führt einmal zu einem starken Verschleiß der Zähne, aber es können auch die Kiefergelenke mit entsprechender Schmerzhaftigkeit beteiligt sein. Weiter führt dies zu massiven Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich. Durch die Fehlfunktion der Zähne werden auch die Gelenkköpfe des Kiefergelenks belastet, sie nehmen eine unphysiologische Position ein, mit Kompression des Kiefergelenks. Daraus resultieren unterschiedliche Beschwerdesymptome einer sich manifestierenden Craniomandibulären Dysfunktion CMD, einer Funktionsstörung im gesamten Kausystem. In der Regel besteht heute das therapeutische Vorgehen in der Anpassung einer nachts zu tragenden Aufbißschiene zum Schutz der Zähne. Damit wird die Ursache des Bruxismus allerdings in keiner Weise beeinflusst, so dass die Beschwerden mit Kopf-, Nackenschmerzen und Kiefergelenkveränderungen meist unbeeinflusst weiter bestehen.

Ein neuer therapeutischer Ansatz besteht in der Anwendung von Botulinumtoxin. Die Wirkung besteht darin, dass, ähnlich wie bei der Faltenbehandlung im Stirn- und Schläfenbereich, die entspannende Wirkung auf die Muskulatur ausgenutzt wird. Die Ergebnisse aus entsprechenden Therapiezentren sind äußerst zufriedenstellend. Nennenswerte Nebenwirkungen sind praktisch auszuschließen, oder aber sie klingen kurzfristig ohne weitere Maßnahmen ab. Für eine Botulinumtherapie spricht auch, dass die sogenannte „therapeutische Breite“ extrem günstiger ist als bei anderen Medikamenten. In der Regel ist die erstmalige Anwendung bereits erfolgreich und muss nur gelegentlich nach einer Woche oder ca. drei Monaten wiederholt werden.

http://www.schlafmed.de

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