Der Magen – Reflux und klinische Zusammenhänge

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Wenn Säure aus dem Magen in die Speiseröhre zurückfließt wird dies als Reflux bezeichnet. Kleine Mengen (Refluate) gibt es bei jedem Menschen, meist als Folge im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme. Bei größeren Mengen kommt es allerdings zu schwerwiegenden Erkrankungen mit säurebedingten Schäden auf der Schleimhaut der Speiseröhre, der oberen Atemwege und auch des Bronchialsystems und des Lungengewebes.

Die Refluxkrankheit ist nicht selten, sondern sie gehört mittlerweile zu den häufigsten Krankheiten weltweit! In der Nacht ist die Rückflusssituation bei einem gesunden Menschen weitestgehend zu vernachlässigen. Im Zusammenhang mit Schlafstörungen ist allerdings gerade der im Schlaf auftretende Rückfluss von besonderer Bedeutung. In der Regel kommt es in diesen Situationen zu einem Rückfluss in die Bereiche oberhalb der Speiseröhre (extraösophagealer oder Laryngo-Pharyngealer Reflux, LPR). Dieser Rückfluss ist hauptsächlich gasförmig bzw. ein Aerosol wegen der Vermischung mit der Atemluft und dementsprechend nicht flüssig. Überwiegend tritt er ohne Sodbrennen auf und wird deshalb oft nicht erkannt. Aus diesem Grunde wird er auch als „Stiller Reflux“ bezeichnet. Es kommt dabei zu charakteristischen Symptomen, die auf diesen „Stillen Reflux“ hinweisen können:

  • Chronische Rachenentzündungen, häufig wiederholt auftretende Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, häufig verbunden mit übermäßiger Schleimbildung und herabfließendem Sekret an der Rachenhinterwand.
  • Chronischer Husten, häufig verbunden mit einer Verschlimmerung eines Asthma bronchiale.
  • Wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündungen (chronische Sinusitis). Durch chronische Reizung der Stimmbänder chronische Heiserkeit mit besonders am Morgen auftreten den Beschwerden.
  • Kloßgefühl im Halsbereich (Globusgefühl) mit anhaltendem Räusperzwang, häufig verbunden mit Mundgeruch.
  • Wiederholt auftretende Mittelohrentzündungen, besonders bei Kindern.

Die Refluxkrankheit ist eine eigenständig in der Internationalen Klassifikation der Schlafstörungen (ICSD) aufgeführte Schlafstörung. Sie führt über die Refluxepisoden zu Weckreaktionen mit typischen und charakteristischen EEG-Phänomenen in Form   der CAP-Arousals (CyclicAlternatingPattern). Der LPR kann allein als eigenständige Erkrankung auftreten, ist aber häufiger koinzident bei dem Obstruktivem Schlafapnoesyndrom (OSAS). In therapeutischer Hinsicht kann die CPAP-Therapie beim OSAS den Reflux positiv beeinflussen. LPR kann aber auch in gleicher Intensität bestehen bleiben und dann verantwortlich sein für die persistierende Tagesschläfrigkeit EDS bei OSAS trotz effektiver CPAP-Therapie. Die früheren Vorstellungen über die Refluxpathogenese als Folge der hohen negativen intrathorakalen Drucke im Zusammenhang mit den Apnoen sind überholt  –  auch wegen der möglichen und öfters beobachteten Persistenz der EDS unter CPAP.

Die LPR-Diagnostik sollte daher integrativer Bestandteil einer umfassenden schlafmedizinischen Abklärung im Schlaflabor sein.    

http://www.schlafmed.de

 

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