Schlafbezogene Atmungsstörung und Vorhofflimmern

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Schlafbezogene Atmungsstörungen stellen ein hohes Risiko für verschiedenste Herzrhythmusstörungen dar. Während einer Apnoe-Phase (Atemstillstand) kommt es durch die frustranen Kontraktionen der Atemmuskulatur (in Brustkorb und Bauchraum) zu einem erheblichen Unterdruck im Brustkorb. Dies führt augenblicklich zum massiven Rückstrom von venösem Blut zum Herzen, wodurch die Vorhöfe deutlich erweitert werden. Im Zusammenhang mit dem Atemstillstand kommt es zu einer maximalen Stimulation des autonomen Nervensystems – primär zu Beginn der Apnoephase des Nervus vagus mit entsprechender Bradykardie und zum Ende der Apnoephase des Sympathikus mit resultierender Tachykardie. Dieser rasche Wechsel zwischen den Komponenten des autonomen Nervensystems führt zu einer ausgeprägten elektrischen Instabilität des Herzens. Die beiden Faktoren scheinen der wesentliche Auslöser für das bei Schlafapnoe häufig beobachtete Vorhofflimmern zu sein. Bekannte Effekte des Apnoesyndroms wie chronische Entzündungsreaktion im Körper und schädigende Wirkungen an der Gefäßwand (Endothel) sind hier eher von geringerer Bedeutung.

Was ist Vorhofflimmern (VF)

VF ist eine der häufigsten und nach neuen wissenschaftlichen Untersuchungen eine der gefährlichsten Herzrhythmusstörungen. Beim VF kommt es zum unregelmäßigen Zusammenziehen der Muskelfasern im Herzvorhof. Dadurch wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes in den Vorhöfen stark gemindert, so dass es hier länger verbleibt. Dadurch bilden sich Blutgerinnsel (Thromben)). Teile der Thromben können sich ablösen und über die Blutgefäße im Körper verteilt werden. Gelangen sie ins Gehirn kommt es zu einem Verschluss eines Blutgefäßes, man spricht dann von einem Schlaganfall.

Wussten Sie dass…

Vorhofflimmern der gefährlichste einzelne Risikofaktor für Schlaganfall und vaskuläre Demenz ist?

• 25-30 % aller Schlaganfälle auf Vorhofflimmern zurückzuführen sind?

• In Deutschland einige 10.000 Schlaganfälle zu verhindern wären, wenn VBF  rechtzeitig erkannt würde?

• Selbst kurze Episoden von VF die Bildung von Blutgerinnseln ermöglichen. Altersunabhängig erhöhen diese Faktoren das Risiko für Vorhofflimmern:

• Bluthochdruck mit Übergewicht

• Koronare Herzkrankheit in Verbindung mit Herzinsuffizienz

• Diabetes mellitus Typ II – besonders schwer einstellbare Formen ein besonders hohes Risiko darstellen?

Bei diesen Risikofaktoren beträgt das Risiko für ein Schlafapnoe-Syndroms ca. 80 %!

Von ärztlicher Seite wird daher empfohlen, nicht nur auf Vorhofflimmern zu achten, sondern wegen der aufgeführten Zusammenhänge dieser Risikofaktoren mit einem Schlafapnoe-Syndrom auch für dieses ein Screening zu veranlassen. http://www.schlafmed.de

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