Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom

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Die obstruktive Schlafapnoe (OSAS) ist charakterisiert durch repetitive Einengungen bzw. Verschlüsse im Bereich der oberen Atemwege mit daraus resultierender Minderung bzw. komplettem Sistieren des Atemflusses, den Hypopnoen oder Apnoen. Diese führen in der Regel zu einer Sauerstoffdesaturation, einem erhöhten inspiratorischen Effort  verbunden mit einem erhöhtem transmuralem Druck im Gefässsystem. Die Beendigung dieser Phasen erfolgt durch Weckreaktionen mit Schlaffragmentierung  und damit zu massiven Schlafstörungen mit nachfolgender erhöhter Tagesschläfrigkeit. Für eine stabile Diagnose ist die Nacht-zu-Nacht-Variabilität der Ausprägung der Apnoe-/Hypopnoe-Ereignisse zu berücksichtigen.

OSAS ist eine häufig verbreitete schlafbezogene Atmungsstörung, die Häufigkeitsangaben sind in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich angestiegen, ein wesentlicher Anteil ( vermutlich > 85%) der betroffenen Patienten ist noch nicht diagnostiziert. Die gegenwertigen Leitlinien fordern eine Polysomnographie im Schlaflabor mit definitiver Darstellung der Grenzwerte für die Beurteilung des Schweregrades des Apnoe/Hypopnoe-Syndroms in Form des Apnoe-Hypopnoe-Index pro Stunde (AHI/h). Eine einzelne Testung erfordert daher eine hohe Sensitivität unter der Annahme, dass die Erkrankung absolut stabil ist. In den letzten 10 Jahren sind jedoch wiederholt Untersuchungsergebnisse präsentiert worden die eine erhebliche Variabilität der Ausprägung des OSAS bei wiederholten Messungen zeigten. Dies gilt insbesondere für Patienten mit leichterem bzw. mittelschwerem Schlafapnoe-Syndrom, weniger für Patienten mit schwerem Schlafapnoe-Syndrom. Verantwortlich gemacht wird dafür die insgesamt schlechtere Schlafqualität im Schlaflabor (kürzere TST (TotalSleepTime), geringerer REM-Anteil und längere REM-Latenz). Eine schweizerische Arbeitsgruppe präsentierte eine Untersuchung, bei der über 2 Wochen im häuslichen Bereich mittels Langzeit-Oxymetrie die Aussagefähigkeit hinsichtlich der bisherigen Praxis mit lediglich einer Nacht-Untersuchung überprüft wurde. Die Ergebnisse zeigen einmal, dass die Pulsoxymetrie eine zuverlässige Methode ist, den Schweregrad eines Schlafapnoe-Syndroms zuverlässig festzulegen = hohe Spezifität. Wesentlich ist jedoch die Aussage, dass in erheblichem Ausmaß Differenzen in der nächtlichen Sauerstoffdesaturation nachgewiesen wurden. Unterschiede im ODI (OxygenDesaturationsIndex) > 10/h wurden in fast 85 % bei  77 Patienten gefunden, eine Änderung des Schweregrades zeigte sich in 80 % der Patienten. Die Wahrsscheinlichkeit, die Diagnose eines mittelschweren OSAS zu verkennen, wird mit bis zu 60 % angegeben. Die erhöhte Variabilität ist stärker ausgeprägt bei weniger schwerem OSAS Untersuchungen die lediglich eine Nacht erfassen, führen leicht zu einer Fehleinschätzung des Schweregrades eines Schlafapnoe-Syndroms.

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